Geschichte

Unsere Vereinsgeschichte
Vorwort:

Das Musikschaffen der Mönche der ehemaligen Benediktinerabtei ist zur Genüge bekannt und schon oft gewürdigt worden. Aber auch in der Bevölkerung des Münstertales muss schon sehr früh musiziert worden sein. So erfahren wir aus der kurzen historischen Beschreibung der Pfarrei Münstertal  bei St. Landelin von  Pater Bernhard Stöber, dass schon Anfang des 18ten Jahrhunderts Bürger bei kirchlichen Anlässen musizierten.

Zitat: An dem Hauptfeste der Zunft ziehen alle Meister und Gesellen mit Trommel und Pfeife in die Kirche und wieder aus derselben.

Vom Landelinsfest 1803, also nach der Auflösung des Klosters schreibt Bernhard Stöber:

Am Vorabend des Festes fing die Prozession um ½ 3 Uhr unter Trompeten- und Paukenschalle an, und da sie aus der Klosterkirche mit dem Heiligen Haupte auszog, wurde sie von der Mannschaft mit der Zunftfahne und ihrem Gewehre vor der Kirchtüre empfangen und von derselben begleitet.

Auch im Kassenbuch der Ortsverwaltung finden wir mehrere Einträge, die auf musizierende Bürger hinweisen. Sie beginnen mit dem Jahr 1802. Ein weiterer Beweis für das Musizieren im Münstertal finden wir in der Geschichte des Badhauses St. Landelin. Schon seit Anfang des 19ten Jahrhunderts wurden dort zur Unterhaltung der Kurgäste Tanzveranstaltungen durchgeführt.

1838 versuchte die Karlsruher Regierung dem Badwirt das früher gewährte Tanzrecht wieder zu entziehen. Der Wirt verhinderte dies u.a. durch den Hinweis, dass die 8 Münstertäler seiner Musikkapelle arbeitslos würden. Aus mündlicher Überlieferung ist bekannt, dass Münstertäler Musikanten neben anderen Gruppen bis zum Ende des Wirtschaftsbetriebes zum Tanz aufspielten und sich so ein Zubrot verdienten (z.B. August Griesbaum).


Vereinsgeschichte:

Die eigentliche Vereinsgeschichte beginnt mit dem Jahre 1903

Um 1900 hielt man immer noch die Erinnerung an den siegreichen Feldzug von 1870/71 in Militärvereinen wach. So bestand auch in Ettenheimmünster ein solcher Verein und sein Spielmannszug war die Keimzelle unseres Musikvereins.

Männer wie Wilhelm Fux, Julius Hänsle und Karl Singler, die zum Spielmannszug gehörten, fanden musikbegeisterte Freunde, die das schwere Unterfangen angingen und den Musikverein gründeten. Sie scharten sich um Werkmeister Wilhelm Heitzmann, der ihr erster Dirigent war. Der Enthusiasmus war so groß, dass die Musikanten sogar die Instrumente aus eigener Tasche bezahlten, ein für die damalige Zeit immenses finanzielles Opfer. Schon 1908 wurde ihre Arbeit und das fleißige Üben beim Wertungsspiel in Heitersheim mit einem zweiten Preis belohnt. Erfolg reihte sich an Erfolg. 1927 erspielte sich unsere Kapelle einen ersten Preis in Herbolzheim, 1933 einen weiteren in Freiburg und 1947 gelang es beim Verbandsmusikfest in Altdorf einen 1a-Preis zu erringen.

1955 wurde das 50jährige Bestehen gefeiert. Dieses Fest überstrahlte all das Schwere, das über den Verein durch die bitteren Folgen des Zweiten Weltkrieges hereingebrochen war. Jene Feier zeigte, welche Kraft der Begeisterung in den Herzen der Musiker wohnte. Der Dirigent, die aktiven Musiker und der Vorstand arbeiteten am Emporkommen der Kapelle, und ihr Schaffen ließ Erfolge reifen.

In der kommenden Zeit hatten alle Feste und Veranstaltungen einen doppelten Zweck: Sie sollten der Bevölkerung Freude und Erholung schenken und der Vereinskasse die Geldmittel bringen, um neue Instrumente und Noten für die wachsende Musikkapelle kaufen zu können.

Mit Unterstützung der Gemeinde, durch Spenden und durch den Erlös eines Gartenfestes wurde die Möglichkeit geschaffen, die Kapelle 1969 mit einer neuen Trachtenuniform einzukleiden.

Mit besonderer Hingabe pflegte der Musikverein auch zu jener Zeit die Jugendarbeit. Die Jungmusiker garantieren den Fortbestand der Kapelle. Sie zu fördern ist eine wichtige Aufgabe. Beim Jugendbläserwettbewerb 1972 in Seelbach errang die Jugendkapelle den zweiten Preis. Eine Leistung, die ihr Können unter Beweis stellte und allen Lohn, Anerkennung und Freude brachte.

Nicht unerwähnt darf auch die Bildung unserer ehemaligen Tanzgruppe bleiben. Sie stellte ihr Können besonders an den bunten Abenden und Musikfesten unter Beweis.

An Pfingsten 1973 feierte der Verein sein 70jähriges Bestehen. Die ganze Bevölkerung half mit, das Jubelfest, das als Meilenstein in die Geschichte des Vereins einging, zu einem großen Erfolg werden zu lassen.

Ein besonderes und für den Verein richtungsweisendes Ereignis ist aus dem Jahr 1977 zu vermelden. Trotz großer Widerstände wurden 8 Zöglinge und zwar die ersten Mädchen in den Verein aufgenommen. Eine Entscheidung, die, wie sich bald herausstellte, für die Zukunft des Musikvereins von größter Bedeutung war und sicherlich nicht bereut wurde.

Eine weitere wichtige Entscheidung zur Intensivierung der Jugendarbeit war 1986 die Gründung der Bläserjugend Ettenheimmünster. Der Vorstandschaft dieser Abteilung obliegt u.a. die Betreuung unserer Jugendlichen.

Das 75jährige Jubiläum sollte im Jahr 1978 stattfinden. Das Zelt stand und alle Vorbereitungen waren getroffen.  Leider musste das Fest zwei Tage vor Beginn wegen Hochwasser abgesagt werden. Große Teile der Umgebung standen unter Wasser und das Gebiet um Ettenheim wurde zum Notstandsgebiet erklärt. Das Jubiläumsfest musste um ein Jahr verschoben werden und wurde an Pfingsten 1979 gefeiert.

1983 blickte der Verein nun schon auf eine 80jährige Geschichte zurück. Grund, dieses Ereignis vom 16. bis 19. Juni mit einem Jubelfest zu begehen. In gleicher Weise gedachte man vom 17. bis 20. Juni 1988 des 85sten, vom 28. bis 31. Mai 1993 des 90sten und vom 12. bis 15. April 2003 des 100sten Geburtstages des Musikvereins.

Hauptaufgabe des Vereins ist das Musizieren und das kulturelle Leben zu fördern. So erfreut die Kapelle alljährlich ihre Zuhörer und Zuschauer mit ihren Konzerten, den Bunten Abenden und beim Aufspielen an den Dämmerschoppen. Sie umrahmt kirchliche und kommunale Feste und unterstützt bereitwillig hiesige und auswärtige Vereine bei ihren Veranstaltungen. Um diesen Aufgaben nachzukommen, bildete sich 2002 zur Entlastung aus der aktiven Kapelle heraus eine Musikergruppe mit dem Namen „Münstertäler Musikfreunde“. Diese besteht leider nicht mehr.

Im Jahr 2004 wurde unserem Vorsitzenden Herrn Hans-Peter Eckert für besondere Verdienste von Herrn Bürgermeister Bruno Metz anlässlich eines Dämmerschoppens die Landesehrennadel verliehen.

2007 feierte die Bläserjugend das 20jährige Bestehen.

Im Jahr 2009 übergab Werner Hug nach 14 Jahren erfolgreicher Tätigkeit anlässlich des Frühlingskonzerts den Taktstock an unseren jetzigen Dirigenten Andreas Lang. Während dieser Veranstaltung wurde der Bläserjugend ein von der Kiefel-Stiftung finanziertes Tenorhorn überreicht. Im selben Jahr fand auf Initiative des neuen Dirigenten am 1. Advent das erste Kirchenkonzert statt, das seither einen festen Bestandteil im Jahresprogramm des Musikvereins darstellt und sich großer Beliebtheit über die Grenzen Ettenheimmünsters hinaus erfreut.

Durch die Unterstützung der Sparkasse konnte 2011 eine Bassposaune angeschafft und dadurch das Posaunenregister vervollständigt werden.

Das die Kameradschaft nicht nur bei den Aktiven gepflegt wird, belegt die Initiative von Werner Schönstein und Günter Baumann, die seit August 2012 die Musiker im Ruhestand an jedem 1. Dienstag im Monat zum Treff ins Probelokal einladen.

Das musikalische Erbe aus glanzvollen Klosterzeiten ist heute weitgehend unserer Musikkapelle anvertraut. Die kleine Schar von Männern hat vor 110 Jahren bewusst oder unbewusst an diese Tradition angeknüpft, und wurde so zu einem maßgebenden Kulturträger unseres Dorfes.

Bis Anfang 2016 hatten unsere Damen die gleiche Tracht wie die Männer. Dies wurde geändert. Im März wurden sie mit einer neuen Tracht eingekleidet. Bilder der neuen Tracht können Sie in unserer Galerie anschauen.